Das Herz eines Boxers – Frau Honigberger spielt mit der 7a Theater

08. Juni 2015

In dem Stück geht es um einen Jungen, Jojo, der mit 16 Jahren keine Hoffnung auf irgendwas mehr hat, weil er Mist gebaut hat. Er muss jetzt für einen Rentner im Altersheim, Leo, Sozialstunden ableisten muss. Dabei lernt er den ehemaligen Boxer von Tag zu Tag besser kennen, und die beiden werden nach ein paar Anlaufschwierigkeiten letztendlich gute Freunde ...

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Erste Schritte – Beginn der Unterrichtseinheit

„Was ist das eigentlich für ein Buch?“, fragten sich wohl einige am Anfang der Einheit eher skeptisch. Erst einmal überlegten wir, was Theater, Schauspielen und Stück überhaupt bedeuten. Dann lasen wir die ersten beiden Szenen in verteilten Rollen. Dass das Stück tatsächlich auch in Jugendsprache verfasst ist, bemerkten wir spätestens, als wir in der zweiten Szene beim Zuhören einen Lachflash nach dem anderen bekamen. Was für ein Anfang!

Casting

Da waren nun also die zwei Hauptdarsteller Leo und Jojo, und Frau Brauch wollte ein richtiges Casting für diese Rollen mit uns machen: Freiwillige meldeten sich für ihre Traumrolle und die übrige Klasse durften als professionelle Jury ran, was vielen gut gefiel. Während die Kandidaten ihre vorgegebenen Zeilen einstudierten, legte sich die Jury auf ihre Bewertungskriterien fest. Beim Casting selbst war es mucksmäuschenstill im Klassenzimmer, und die Jury beriet sich nach jedem Kandidaten sehr gewissenhaft. Zum Schluss wurden die beiden Gewinner gekürt und alle Teilnehmer erhielten eine faire Rückmeldung für ihren Auftritt. Das machte uns einen Riesenspaß – aber die Kandidaten waren natürlich alle tierisch nervös!

7a Vorbereitung auf Prügelszene.jpgSchauspielen

Dann kam die Theaterpädagogin Frau Honigberger ins Boot. Frau Brauch hatte schon angekündigt, dass wir selbst zusätzliche Szenen für das Stück schreiben und auch spielen dürften, und nun ging es damit endlich los! Drei Stunden lang überlegten wir in unseren Gruppen, wie die „Prügelszene“, über die im Stück nur gesprochen wird, tatsächlich aussehen könnte, und feilten an unseren Ideen und Dialogen – mit eigenen Regieanweisungen! Als Frau Honigberger ins Klassenzimmer kam, mussten wir zunächst Tische und Stühle beiseite räumen für eine überraschende Aufwärmübung. In ganz unterschiedlichen Sprechweisen und mit verschiedenen Gesten und Bewegungen rief sie in einer Phantasiesprache „Hey, konkara! Adesso de famosa“, und wir machten es nach. Die Bedeutung dieser Sätze ist noch nicht erforscht. Aber es hat so Spaß gemacht, dass die Klasse auch nach Ende der Theatereinheit noch darum kämpfte, „Hey, konkara!“ in jede Unterrichtsstunde einzubauen. Mal sehen, ob wir Frau Brauch dazu noch überreden können …

Beim Schauspielen arbeiteten wir sehr akribisch. Wir waren überrascht, dass der Text gar nicht so wichtig war wie der Ausdruck beim Spielen. Das war nicht immer einfach, aber Frau Honigberger pushte uns so lange, bis es in jeder Gruppe mehr oder weniger klappte. Die Szenen waren einzigartig, denn jede Gruppe hatte andere Ideen und Bewegungen eingebaut. Deshalb hat das Zuschauen genauso Spaß gemacht wie selbst zu spielen.

Improvisation auf der Klassenzimmerbühne

Die nächste Idee unserer Lehrerinnen war es, eine weitere Szene zu erfinden, die in den Handlungsablauf des Stückes passen würde. Wir entschieden uns für eine brenzlige Situation bei Jojo zuhause, in seiner Küche, in der es richtig Stunk gibt. Dann erfanden wir gemeinsam ein Bühnenbild und entwickelten in kleinen Gruppen Ideen zu unseren Figuren: Jojo, seine Eltern und seine kleine Schwester. Wir schlüpften sozusagen in die Rolle des Autors, schrieben aber nur Rollenkarten für die einzelnen Figuren. Dabei konnten wir unserer Phantasie freien Lauf lassen. Noch spannender war aber, dass wir beim Spielen zufällig ausgewählte Rollenkarten bekamen und die eigentliche Handlung auf der Bühne improvisieren mussten. Frau Honigberger filmte uns mit ihrer Videokamera, deshalb legten wir uns besonders ins Zeug. Eine Stunde später sahen wir uns die Videos an, um uns selbst zu beurteilen. Es war seltsam, uns selbst spielen zu sehen, aber es machte uns einen Riesenspaß. Leider war das unsere letzte Stunde mit Frau Honigberger. Das war sehr schade, da ihre Aufwärmübungen und die Einblicke in die Schauspielerarbeit uns viel Vergnügen bereitet haben und unsere Lust am Theater so richtig geweckt hat.

7a Themen Abschlusstext SHP.jpgUnser Urteil

Die Einheit endete mit einem Feedback an Frau Brauch und Frau Honigberger, und wir setzten uns nochmals zu kleinen Gruppen zusammen, um für diesen Artikel festzuhalten, was uns am besten gefiel. Die Einheit war ein voller Erfolg, auch deshalb, weil sich die Klassengemeinschaft im Vergleich zu den letzten beiden Jahren deutlich verbessert hat. Wir kamen sehr gut miteinander aus, (fast) niemand beschwerte sich über die Gruppenpartner, sondern versuchte, die anderen so gut wie möglich zu integrieren, was unseren Zusammenhalt förderte. Wir erzielten immer tolle Ergebnisse und wir arbeiteten sehr gut zusammen. So möchten wir weitermachen. Dankeschön.



Von: Lionel Ch., Celine T., Max H., Vanessa M.



Schlagworte: Theater
Kategorie: Tagebuch