Mit den Wölfen geheult...

19. September 2008

bad_mergentheim_02.JPG

Weitere Bilder im Fotoalbum.

Nach drei Stunden Zugfahrt schlugen wir uns in einer Bilderschnitzeljagd durch die Mergentheimer Innenstadt und den Stadtwald bis zum Wildpark durch. Nach einem Vesper durften wir mit den Tierpflegern den Wildpark erkunden und bei den Fütterungen dabeisein – so nah waren die meisten von uns Bären, Greifvögeln, Ottern, Rothirschen, Luchsen und vielen weiteren heimischen Wildtieren noch nie zuvor gekommen! In einige Gehege und Volieren konnten wir sogar mit hinein, und manche Tiere durften auch von uns gestreichelt und gefüttert werden.

Auf der Wildpark-Tour trafen wir dann auch zum ersten Mal auf unsere "Zimmernachbarn" für die Nacht: Das große Wolfsrudel...
Nach einem ereignisreichen Tag trafen wir uns am Abend mit einer Wildhüterin am Wolfsgehege und richteten - nur durch einen Graben von den Wölfen getrennt - zunächst unser Nachtlager aus Stroh und Rinderfellen unter freiem Himmel ein. Gegen die Kälte bekam jeder noch Schaffelle, die wir in die Schlafsäcke legen konnten.

Unter Beachtung der wichtigsten Wildhüter-Regeln ("Nur im Sitzen sollst du schnitzen", "Du musst den Stecken drehen, sonst wirst du Kohle sehen") bereiteten wir unser Abendessen aus Stockbrot und Würstchen zu. Danach war endlich Zeit, die Wölfe ausgiebig zu beobachten. Es war mittlerweile schon dunkel und wir waren die einzigen Menschen im Park, und die Wölfe verhielten sich wie ein Rudel in freier Wildbahn. Wir lernten, den Leitwolf und die Leitwölfin an ihrem Verhalten zu erkennen und die Körpersprache der anderen Tiere zu deuten. Mehrfach in der Nacht bekamen wir das legendäre Wolfsgeheul zu Ohren, was die Tiere zur Reviermarkierung, Kontaktaufnahme untereinander oder einfach als gemeinschaftsfördernde Maßnahme nutzen.

Nach einer (lampenlosen!) Nachtwanderung gab es noch Lieder, Gruselgeschichten und heißen Tee am Lagerfeuer, und obwohl sich einige Schüler fest vorgenommen hatten, die ganze Nacht das Feuer zu bewachen, schliefen am Ende doch alle tief und fest - jedenfalls bis uns in der Morgendämmerung wieder das Wolfsgeheul weckte!
Nachdem wir uns mit einem 6d-Rudelgeheul von den Timberwölfen verabschiedet hatten machten wir uns auf den Rückweg und kamen nachmittags zwar mit etwas Müdigkeit und Kälte in den Knochen und vielleicht auch nicht ganz so gepflegt wie sonst wieder in Reutlingen an, aber alle waren glücklich und beeindruckt von der Wolfsnacht und hatten am Wochenende mal so richtig was zu erzählen!

Links: www.wildtierpark.de


Schlagworte:
Kategorie: Tagebuch