Freunde? Ach nee. Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, das es gibt auf der Welt. Lockere Unterhaltung schon in den dreißiger Jahren. Comedian Harmonists. Und jetzt singt das ganz cool Max Raabe mit seinem Salonorchester. Wir jedoch sind kein Gesangsverein. Wir fördern immerhin die Chöre und Orchester des AEG. Freunde in der Schule? Schulfreunde. Das sind die, die an ihre gemeinsame Schulzeit zurückdenken.

v.l. Doreen Riederer (Schriftführerin),
Ingeborg Kromer (2.Vorsitzende),
Peter Schrabe (1.Vorsitzender)
Nicht so sehr an die Freuden des Vokabeln Lernens oder die lustvollen Versuche, die Klassenarbeiten zu überstehen. Eher geht es darum, wie sie sich als Freunde gegen die Zumutungen der Zwangsgemeinschaft mit Schülern und Lehrern behauptet hatten. Schulfreunde also sind Menschen, in deren Erinnern das Schöne wichtiger ist als all das, was sein musste oder was miese Erfahrung war.
Lebenskünstler dadurch, dass sie ihre Schulzeit nicht nur als Ringen um Noten verstanden. Sieben Freunde, sieben braucht man, nach deutschem Recht, um einen Verein zu gründen. Ja doch. Das geschah am AEG vor dreißig Jahren.
Die Schule bestand erst seit ungefähr zehn Jahren. Es konnte noch nicht viele ehemalige Schüler geben. So waren einige Lehrer an der Vereinsgründung beteiligt, voran der erste langjährige Schulleiter des AEG, Werner Schneider. Auch Eltern aktueller und ehemaliger Schüler traten dem Verein bei. Zur Zeit hat der Verein rund 200 Mitglieder. Alles eitel Sonnenschein?
"Wir brauchen mehr Mitglieder". Dies ist ein Satz aus dem Protokoll einer Beiratssitzung im Jahr 1988 und von einem Treffen in 1992, ebenso 1998, 2002 ... 2009... Und jedesmal schlossen sich lange Diskussionen an, auf welche Weise man mehr Mitglieder gewinnen könne. Es wurden Stellwände bei Schulfesten aufgestellt. Informieren!! Es wurden vermehrt Rundbriefegeschrieben. Motivieren !! Es gab einige Ausgaben einer kleinen Zeitung und später verschiedene Flyer. Informieren !! Motivieren!! Mitglieder binden.
Es wurde diskutiert, ob und wie der Name geändert werden sollte. Verein der Freunde UND EHEMALIGEN ? Fühlen sich dadurch mehr ehemalige Schüler angesprochen? Kann man den Verdacht des Miefigen loswerden, wenn man die Bezeichnung Verein aus dem Namen nimmt? Freundeskreis? • Warum treten keine Lehrer mehr dem Verein bei? Warum sollten sie? Reicht es nicht, an der Schule zu unterrichten, AGs zu betreuen, viel Zeit zu investieren?
Sollen doch erst mal die ehemaligen Schüler beitreten. Die, die dankbar an eine zufriedene Schulzeit zurückdenken oder an schöne Projekte, die ihnen die Unterstützung des Vereins ermöglicht hat. Aber deswegen sich an einen Verein binden? All diese Überlegungen und Diskussionen verweisen auf die entscheidende Frage: Wozu einen/diesen Verein? Aus unserem Flyer: Sein Anliegen ist es, Kontakte zwischen Schule und ehemaligen Schülern, Eltern und Lehrern aufrecht zu erhalten und zu pflegen. Das könnte man die idealistische Komponente des Vereins nennen. Es ist die Folge der Erfahrung "Schulfreunde".
Und auch viele Lehrer und Eltern haben sich mit "Herzblut" im und für das Albert-Einstein-Gymnasium engagiert. Man fühlt sich der Schule verbunden und will etwas dazu beitragen, dass die gute Atmosphäre sich weiter entwickeln kann. In unserem Flyer steht als nächster Satz: Wir vom Verein der Freunde des AEG ermöglichen finanziell Projekte, die im Schulalltag nicht realisierbar sind. Die finanzielle Komponente. Allein von den Mitgliedsbeiträgen können wir jährlich mit rund zweitausend-fünfhundert Euro schulische Projekte fördern. Hochgerechnet waren es in dreißig Jahren mindestens fünfundsiebzigtausend Euro, mit denen wir viele schulischen Aktivitäten und Anschaffungen entscheidend unterstützen konnten. Aktivitäten, für die es keine Gelder vom Land oder der Stadt gibt oder geben würde. Wenn wir die Chöre und Orchester, die Schulsanis und die Einsteinflöhe unterstützen, wenn wir die Tische und Bänke für die Terrasse an der Mensa bezahlen und uns an der neuen Lautsprecheranlage und der Kletterwand jeweils vierstellig beteiligen, wenn wir das Probenwochenende der Theater-AG fördern, ebenso Rhetorik-Seminare und Selbstbehauptungskurse, den Poetry-Slam und das Shakespeare-Projekt, dann entstehen auf diese Weise bereichernde Erfahrungen für Schüler/innen. Und es ergeben sich viele Veranstaltungen, die eine Schulgemeinschaft zusammenführen. Die Praxis der Förderung durch den Verein motiviert Lehrer/innen, solche Aktivitäten mit und für die Schüler durchzuführen, weil sie wissen, dass wir ihr Engagement nicht am Geld scheitern lassen.
Deswegen brauchen wir immer mehr Mitglieder. Freunde. Freunde des Albert-Einstein-Gymnasiums. (Praktisch an so einem Verein ist auch, dass er Spendenquittungen ausstellen kann.)
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