Als unsere gesamte Stufe am 24. März 2009 eine Exkursion in das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof machte, passte das nasskalte Wetter sehr gut zu unserem Gemütszustand. Viele von uns hatten keine genauen Vorstellungen von einem Konzentrationslager, und so starteten wir um 7 Uhr in der Frühe mit etwas gemischten Gefühlen unsere Tagesfahrt.
Als sich dann unser Busfahrer auf dem unteren Achtel der Vogesen wahrscheinlich schon Gedanken machte, seine Schneeketten auszupacken, sahen wir, wie abgelegen und unzugänglich das Konzentrationslager war (wie wir wissen durchaus nicht ohne Grund).
Als wir durch das hohe Eingangstor schritten, wurde es vielen nochmal 5 Grad kälter, denn wir schritten einfach in unseren warmen Jacken hindurch, wohingegen die Lagerinsassen 1942 bis 1945 alles darum gegeben hätten, nicht durch das Tor zu müssen. Im Lager fanden wir eine zu einem Museum umgebaute Baracke, den Appellplatz mit Galgen, das Lagergefängnis und das Krematorium. Es war sehr erschreckend, an einem Ort zu sein und die gleichen Dinge zu sehen, wie die Gefangenen damals, nur 50 Jahre später, und doch kann man die Situation nicht vergleichen. Wir kamen als Besucher, damals wurden die Insassen gequält und ermordet.
Ein sehr beklemmendes Gefühl kam bei uns auf. Sehr eindrücklich war auch die melancholische Atmosphäre bei der Gedenkfeier am Mahnmal des Lagers, bei der leider nicht alle Schüler unserer Stufe dabei waren. Es wurde ein Kranz niedergelegt und eine französische Version der Moorsoldaten gesungen, was sehr berührend war.
Auf dem Heimweg machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Strassburg, ein seltsamer Kontrast, diese lebendige Stadt im Herzen Europas kurz nach einem Ort des Todes zu besuchen. Wir konnten im Zentrum Europas aber deutlich sehen, dass die Menschen heute aus der Vergangenheit gelernt haben jetzt friedlich zusammenleben.
Da wir nur etwas mehr als eine Stunde Zeit hatten, versorgten sich die meisten einfach kurz mit Essbarem und warfen einen kurzen Blick aufs Münster. Verlaufen haben sich tatsächlich nur 3, so dass wir fast pünktlich nach Hause starten konnten. Gegen 19 Uhr kamen wir wieder in Reutlingen an. Mit Bildern und Eindrücken im Kopf, die uns sicherlich noch eine ganze Weile begleiten werden.
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