Am Donnerstag, den 9. Oktober besichtigte die Klasse 7d des Albert-Einstein-Gymnasiums gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer Dr. Gollnik und ihrer Deutschlehrerin Frau Brauch die Polizeidirektion Reutlingen in der Kaiserstraße. Die Polizeihauptmeister Hildenbrand und Heinzelmann zeigten den Schülern zunächst die Wache und die Zellen. Anschließend hatte die Klasse Gelegenheit, das Innere eines Streifenwagens zu inspizieren und sich in der Kriminaltechnik erkennungsdienstlich behandeln zu lassen.
Anlass für diese Besichtigung sei es, so die Deutschlehrerin, den Schülern im Rahmen der Unterrichtseinheit "Berichten" die Möglichkeit zu bieten, über selbst Erlebtes zu schreiben, denn dabei sei die Motivation wesentlich größer als bei trockener Schulbucharbeit.
Dies bestätigten auch die vielen neugierigen Fragen der Schüler, die sich unter anderem darüber erkundigten, wie ein Notruf innerhalb der Polizei weitergeleitet wird, welche Gefahren der Alltag eines Streifenpolizisten berge und für welche Vergehen man in die Zellen eingesperrt werden könne. Hier waren die Schüler recht erstaunt über die nüchterne Ausstattung der Zellen, in denen es lediglich eine Gummimatte und eine Toilette gibt, und darüber, dass hier hauptsächlich randalierende Betrunkene für eine Nacht einsäßen.
Besonders spannend war es für die Schüler, selbst zu erfahren, wie es sich anfühlt, von einem ein echter Polizist Handschellen angelegt und Fingerabdrücke abgenommen zu bekommen. In der Kriminaltechnik lernten die Schüler außerdem, dass Menschen bei der erkennungsdienstlichen Behandlung nach ihrer Rasse geordnet werden, z.B. nord- oder südeuropäisch, indianisch, asiatisch oder afrikanisch.
Deutlich unterschieden sich die Fragen der Kinder: Während sich die Jungen eher für die technischen Fakten wie für die Höchstgeschwindigkeit eines Streifenwagens oder die verschiedenen Schusswaffentypen interessierten, stellten die Mädchen eher weiter gefasste Fragen, z.B. nach der Kriminalitätsrate in Reutlingen oder nach den schlimmsten und schönsten persönlichen Erlebnissen der Polizeibeamten während ihrer bisherigen Laufbahn. Unter anderem erfuhren die Kinder, dass es in Reutlingen eine Hundestaffel mit acht Hunden gibt, dass auf der Polizeidirektion Reutlingen ungefähr 160 Beamte tätig sind, dass alle Polizisten in Baden-Württemberg die gleiche Dienstwaffe besitzen, ein Modell namens P2000 und dass die häufigsten Verbrechen in jüngster Zeit Körperverletzungen und Ladendiebstähle sind.
Alle Teilnehmer der Besichtigung empfanden den Nachmittag als äußerst erlebnisreich und informativ zugleich. So darf man gespannt sein auf die Berichte, die die Schüler darüber in den nächsten Tagen verfassen werden.
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