Die 10c zu Besuch in Szolnock

Wie jedes Jahr brach Anfang des Schuljahres wieder eine 10er-Klasse nach Ungarn auf, um den Schulaustausch mit der Partnerschule in Szolnok zu pflegen. Vom 22. bis 29. September war in diesem Schuljahr die Klasse 10c zu Besuch in Ungarn -- lesen Sie hier einen Reisebericht!

Gruppenbild in Ungarn

Auf der burg

Beim Bogenschiessen

Beim Basteln

Der 22. September - Die Hinfahrt

Reutlingen Rommelsbacher Straße, 5.45 Uhr AM - Nachdem sich auch der letzte aus seinem Bett gequält hatte [einschließlich Lehrer], und sich die Schülerschaft der Klasse 10c sowie fünf Schüler von der 10d vor der Eishalle getroffen hat, konnte die Fahrt beginnen. Zunächst war die Stimmung nicht sehr enthusiastisch, was vielleicht daran lag, dass die kollektive Müdigkeit viele Aktivitäten oder verbale Konversationen verhinderte, jedoch hob sich die Stimmung auch wieder im Laufe der Zeit, besonders als die stärksten Müdigkeitserscheinungen vorüber waren und der erste Hunger kam. Nach dem ersten Imbiss begann die Fahrt für die meisten eigentlich erst richtig. Illustrierte oder speziell Teenie-Magazine wurden ausgepackt (und auch gelesen!), die ersten Grundkenntnisse in der Ungarischen Sprache wurden, dank Herrn Veit, gelernt und die Spannung auf Szolnok, das erst nach ca.14 Stunden Fahrt erreicht werden sollte, steigerte sich zusehends. Die meisten freuten sich natürlich auf den Austausch und hofften nur auf das Beste, jedoch gab es auch ein paar Zweifler, die vorerst kein gutes Gefühl dabei hatten. Wie sich später aber herausstellte waren ihre Bedenken unberechtigt.

Nach ca. einer Stunde hatten wir Augsburg erreicht, wo uns ein neuer Busfahrer zugewiesen wurde, der uns dann die komplette Woche begleitete. Im Prinzip war er ein netter Kerl, jedoch empfanden einige Schüler manche seiner Kommentare eher nervend als lustig...

Alles in allem war die Hinfahrt also schon eine lustige Zeit, die uns alle sehr positiv auf Ungarn einstimmte. Auch der Geldwechsel, der an der Grenze vollzogen wurde, erwies ich als recht unkompliziert, obwohl den meisten zunächst der Wechselkurs nicht ganz klar gewesen war. Jedoch konnte alles sehr geschickt geregelt werden, vor allem durch die Hilfe von Herrn Ackermann und Herrn Veit. Der Empfang durch die Gastfamilien vor dem Hotel Pelikan war eine kleine abendliche Party voller Herzlichkeit und Vorfreude. Unserem Geburtstagskind Jasmin wurde sogar ein Ständchen gebracht.

Der 23. September Der Familientag

Der erste Tag war dazu da, dass die einzelnen Schüler ihre Gastfamilien und Austauschpartner richtig kennen lernen konnten. Ein Großteil der AustauschpartnerIinnen hat aber meistens alleine etwas mit dem jeweiligen Schüler oder der jeweiligen Schülerin unternommen, viele sind z.B. Bowling spielen gegangen oder in ein nahegelegenes Schwimmbad. Das variierte also von Schüler zu Schüler.

Der 24. September - Vorstellung der Stadt und der Leute

An diesem Tag wurde uns unter anderem die Stadt und die Stadtgeschichte vorgestellt. Die Austauschpartner und auch wir mussten uns im "Haus der Technik" vor der ungarischen Klasse, deren Lehrerin und unserem Lehrer vorstellen. Die Begrüßung mit einer ganzen Reihe überzeugender musikalischer und schauspielerischer Einlagen dauerte fast den ganzen Vormittag. Anschließend wurden wir von der von der stellvertretenden Bürgermeisterin sehr herzlich im Szolnoker Rathaus empfangen. Nach einem Mittagessen mit den jeweiligen Austauschpartnern, und in einigen Fällen auch mit Freunden, ging es am späten Nachmittag dann ins Freizeitzentrum Borostyán, wo wir mit Hilfe verschiedener Handwerksmeister u.A. Ketten, Armbänder, Holzspielzeug und Getöpfertes anfertigten. Danach wurden uns ungarische Volkstänze präsentiert, bei denen wir selbst auch aktiv mitmachten.

Jedoch waren diese Tänze ziemlich traditionell, wodurch sich die Begeisterung bei manchen in Grenzen hielt. Dennoch behielten die meisten diesen Tag in guter Erinnerung.

Der 25. September - Die Fahrt nach Visegrád

Nach dem aufregenden Auftakt ging es am zweiten Tag in das malerische Visegrád. Wir besuchten dort zuerst eine äußerst spannende Vorstellung mit mittelalterlichen Ritterkämpfen, bei denen man später sogar selbst mitmachen durfte. Wir konnten beispielsweise eigenhändig Pfeil und Bogen sowie Wurfäxte erproben. Anschließend besichtigten wir den ehemaligen Königspalast. Daraufhin gab es ein gemeinsames Mittagessen auf einer geräumigen Terrasse unterhalb der Burg, von der sich ein herrlicher Ausblick auf das Donauknie bot. Da viele jetzt ihre Austauschpartner besser kannten, und die Kommunikation auch schon besser funktionierte, besonders weil viele ungarische Schüler ziemlich gut die deutsche Sprache beherrschten, machte das ganze gleich viel mehr Spaß. Nach dieser Stärkung, unternahmen wir eine kleine, durchaus abenteuerliche Wanderung in einen wildromantischen Canyon beim Rámfelsen.

Der 26. September - Budapest

An diesem Morgen mussten alle ein wenig früher aufstehen, denn nun ging es nach Budapest. Hier besichtigten wir zuerst eine historisch sehr interessante Ausstellung über die Titanic, bei der es viel zu entdecken gab, und anschließend ging es in das Zentrum der Stadt, wo wir eine sehr gute Führung durch die Räumlichkeiten der ungarischen Nationaloper geboten bekamen. Am gleichen Abend waren wir dann zu einer Aufführung eingeladen. Für viele war es der erste Opernbesuch, dementsprechend groß war auch die Spannung auf die Vorstellung. Manche kehrten allerdings etwas enttäuscht wieder zurück nach Szolnok, denn durch die sprachlichen Verständnisprobleme empfanden viele das zweite Stück, ein Singspiel als etwas langatmig, besonders im Gegensatz zum ersten Stück, einem sogenanntes Tanzspiel, das wesentlich interessanter und schöner, und verständlicher war. Die Rückfahrt, die ursprünglich auf 21.30 Uhr geplant war, hat sich dann auch um eine Stunde verzögert, was aber die meisten nicht sehr gestört hat, da wir tags darauf etwas später aufstehen durften, weil die nächste Fahrt sowieso in einen näher bei Szolnok gelegenen Ort ging.

Der 27. September - Die Fahrt nach Domonyvölgy

Da wir etwas später aufstehen durften, war auch die Stimmung später dementsprechend gut. Diese wurde dann noch nicht einmal durch die für manche etwas zähe Beschreibung des traditionellen Bauernlebens beeinträchtigt. Ganz im Gegenteil, die Stimmung wurde sogar immer besser, besonders bei einer halsbrecherischen Vorstellung mit wagemutigen Pferdehirten aus der Puszta, die in ungarischer Tradition tolle Tricks mit ihren Pferdegespannen vorführten. Nach einem stimmungsvollen Mittagessen mit Zigeunermusik folgte ein interessanter Besuch im Schlossmuseum und im Barocktheater von Gödöllö, wo wir während der Führung viel über so wichtige historische Personen wie die beliebte Kaiserin Elizabeth und deren Ehemann Kaiser Franz erfuhren. Diese Dame ist uns heute besser unter dem Namen Sissy bekannt. In den Gästebüchern, die in dem Gebäude ausgelegt waren, konnten uns dann mit unseren neu gewonnenen Eindrücke verewigen.

Der 28. September - Vorstellung der Schule

An diesem Morgen durften wir besonders spät aufstehen, was vor allem daran lag, dass die Schule in Ungarn später beginnt, als bei uns. Wir waren an diesem Tag Gäste in der Schule und zuerst hielt Frau Boros eine Präsentation über die schulischen Aktivitäten und anschließend durften wir in einigen Fächern den Unterricht besuchen. Es war wirklich interessant zu sehen, wie z.B. der ungarische Mathe- oder Englisch-Unterricht abläuft. Der folgende Programmpunkt, eine naturkundliche Exkursion mit einem Förster ist leider buchstäblich ins Wasser gefallen, da es einfach zu stark regnete. Es wurde beschlossen, dass die Schülerinnen und Schüler den Nachmittag bzw. den komplette Rest des Tages mit ihren Austauschpartnern verbringen konnten, was alle auch sehr zu schätzen wussten. Am Abend gab es eine zünftige Abschlussparty, die einen würdigen Abschluss der Woche darstellte.

Leider dauerte diese für manche etwas lang und war etwas zu intensiv, was sich am nächsten Tag auf der Rückfahrt auch deutlich bemerkbar machte...;)

Der 29. September - Die Rückfahrt

Nach dieser langen letzten Nacht in Ungarn, und einem für so manchen etwas schweren Abschied, ging es dann um ca. 06.00 Uhr morgens wieder zurück nach Deutschland. Auf der Rückfahrt waren die meisten ziemlich müde und kaputt. Später erwachten die müden Geister allerdings wieder und die Stimmung im Bus lebte wieder auf. An der Grenze wurden die restlichen Geldbeträge in Forint wieder in Euro zurückgetauscht. Das war aber meistens nicht mehr viel. Manche behielten deswegen auch einfach ihr restliches Geld, um z.B. eine kleine, materielle Erinnerung an diese tolle Woche zu mitzunehmen. Überhaupt war der Eindruck für dieser Woche, für die meisten im Nachhinein doch viel positiver als anfänglich befürchtet, denn man hat eine Menge Erfahrungen gemacht und viele interessante Dinge erlebt.

Alles in allem kann ich, und ich denke, ich spreche jetzt auch im Namen der Klasse, diesen Austausch wirklich nur empfehlen.

Ähnliche Artikel:
Kössönöm Szolnok - die 10c in Ungarn  (01.10.08)
Ungarische Schüler zu Gast am AEG (08.04.06)

Von: Tobias Radicke

Zurück zu: Tagebuch